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Christophorus
(Probus, Reprobus)
Gedenktag evangelisch: 24. Juli Gedenktag orthodox:
9. Mai & 9. November * in Kanaan oder in Lykien in der heutigen Türkei
um 250 in Lykien in der heutigen Türkei ? |
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Um das Leben des Christophorus, dessen
historische Existenz durch frühe Zeugnisse der Verehrung und Weihe einer Kirche
im Jahr 452 in Chalkedon - dem heutigen Stadtteil Kadiköy in Ístanbul -
gesichert ist, ranken sich viele Legenden. Er soll nach östlichen Quellen ein
hundsköpfiges Ungeheuer gewesen sein, das erst durch die Taufe die Sprache erlernte,
den Namen Probus oderReprobus annahm, Soldat wurde und als Märtyrer hingerichtet
worden sei. Möglicherweise ist der Text einer Handschrift genere canaaneo•,
aus chanaanäischem Geschlecht• als canineo•, hundsartig•,
gelesen worden. Diese Erzählung ist wohl eine Ableitung
aus den ursprünglich gnostischen Bartholomäusakten und wurde auf einen einstigen
Soldatenheiligen und Märtyrer übertragen. Christophorus• war ein
Ehrentitel für alle Märtyrer und hat sich erst später als Eigenname
verselbständigt. Das Ende der ursprünglich griechischen Leidensgeschichte
- die älteste lateinische Überlieferung stammt aus dem 8. Jahrhundert - gab
den Anstoß zu den ersten Schutzpatronen. Die Verbreitung der Verehrung des Christopohorus
führte vom Orient durch Italien, Frankreich und Spanien nach Norden und Osten.
Neben der alten Leidensgeschichte entstanden Hymnen und im späten 10. Jahrhundert
das Christophorusgedicht des Walther von Speyer, schon früh gab es Wandmalereien
und Buchillustrationen. Erste Bilder des Mannes, der Christus tatsächlich trägt,
entstanden in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts im Alpenland und in Portugal
als Illustrationen des Namens, noch ohne legendären Vorgang. Christophorus verließ nun auch den Teufel, nur dem noch mächtigeren Christus wollte er dienen. Lange suchte er, bis er endlich einen Einsiedler - später Cucufas genannt - fand, der ihm bestätigte, Christus sei der mächtigste Herrscher; wolle man ihm dienen, so müsse man fasten können. Christophorus entgegnete, dass er das nicht könne. Auch die nächste Forderung, viel zu beten, konnte Christophorus nicht befolgen. Er übernahm dann aber die Aufgabe, Menschen auf dem Rücken über einen gefährlichen Fluss zu tragen, denn er war ja groß und stark. Statt eines Stabes nahm er eine große Stange und trug unermüdlich Menschen herüber und hinüber - eine Entlehnung aus der Legende des Julianus Hospitator, wo dieses Motiv mit Rechtsbräuchen aus dem Asylrecht in Verbindung stand. Eines Nachts hörte Christophorus eine Kinderstimme rufen, konnte aber in der Dunkelheit nichts erblicken. Nach dem dritten Ruf nochmals hinausgehend sah er ein Kind, das hinübergetragen werden wollte. Als er aber mit diesem Kind auf der Schulter ins Wasser stieg, wurde die Last immer schwerer, das Wasser schwoll an, er fürchtete zu ertrinken und glaubte, die ganze Welt läge auf seinen Schultern. Mehr als die Welt hast du getragen•, sagte das Kind zu ihm, der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde•. Das Kind drückte ihn unter das Wasser und taufte ihn so. Am Ufer erkannte Christophorus Christus als seinen Herrn, der ihm auftrug, ans andere Ufer zurückzukehren und seinen Stab in den Boden zu stecken: er werde als Bekräftigung seiner Taufe finden, dass der Stab grüne und blühe. Als Christophorus am Morgen erwachte, sah er, dass aus seinem Stab tatsächlich ein Palmbaum mit Früchten aufgewachsen war. Diese im Alpenland entstandene Legende, mit der Christophorus Julianus' Funktion als Pilgerheiliger übernahm, hatte außergewöhnlichen Einfluss. Der Name wurde wegen der Schutzpatronfunktionen oft als Taufnahme begehrt. Das Motiv des Christusträgers wurde häufig in der Kunst behandelt, die Betrachtung seines Bildes am Morgen schütze den ganzen Tag und wirke gegen (jähen) Tod. Er wurde auf Stadttürmen, Toren, Kirchen- und Hausmauern dargestellt. Im Barock war er auf Pestsäulen gegenwärtig, Hospize, Pilgerhäuser, Bruderschaften und später Apotheken wurden nach ihm benannt. Manche Volksbräuche und Vorstellungen haben sich bis ins 20. Jahrhundert erhalten, darunter der Aberglaube der Schatzgräber, die ihn als Schatzhüter schätzen. Die Verehrung wurde schon im 15. Jahrhundert
oft kritisch betrachtet, sein Kult von Lokalsynoden verboten und von Humanisten
abgelehnt. Das Christophoruslied aus dem späten Mittelalter wurde nach der Reformation
von Hans Sachs protestantisch umgedichtet. Luther sah in der Christusträgerlegende
eine Allegorie des Christenmenschen. In späterer Volkstradition wurde
Christophorus zur Märchen- und Sagengestalt. In moderner Zeit gilt er als Schutzpatron
für Autofahrer und Verkehrsmittel, manche Menschen haben eine Plakette in ihrem
Fahrzeug, Umritte, Umfahrten, Einsegnungen und Bruderschaften halten das Gedenken wach.
Sein Name wurde 1962 aus der Liste der kanonischen Heiligen zwar gestrichen, weil seine
Existenz legendär sei, er blieb aber im deutschen Diözesankalender erhalten;
2001 wurde er auch wieder ins Martyrologium Romanum aufgenommen. Er ist einer der Nothelfer. Patron von Werne; des Verkehrs, der Furten und Bergstraßen; der Fuhrleute, Schiffer, Flößer, Fährleute, Brückenbauer, Seeleute, Pilger, Reisenden, Kraftfahrer, Chauffeure, Luftschiffer, Lastenträger, Bergleute, Zimmerleute, Hutmacher, Färber, Buchbinder, Goldschmiede, Schatzgräber, Obsthändler, Gärtner, Athleten; von Bergstraßen, Festungen; der Kinder, gegen Pest, Seuchen, Epilepsie, unerwarteten Tod, Feuer- und Wassergefahren, Dürre, Sturm, Unwetter, Hagel, Augenleiden, Zahnweh, Wunden |
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